Schilddrüsenszintigraphie

Die Szintigraphie der Schilddrüse ist eine nuklearmedizinische Untersuchung, bei der mittels schwach radioaktiver Substanzen die Funktion des Schilddrüsen-gewebes dargestellt werden kann. Durch diese Methode können so genannte kalte Knoten von heißen Knoten unterschieden werden.
Durchführung einer Schilddrüsenszintigraphie bei NURAMED

Was ist eine Schilddrüsenszintigraphie?

Die Schilddrüsenszintigraphie ist eine ergänzende Untersuchung der Schilddrüsenfunktion und stellt den Jodstoffwechsel der Schilddrüse dar. Durch die Schilddrüsenszintigraphie kann die allgemeine und regionale Funktion der Schilddrüse sichtbar gemacht werden. Insbesondere ist es möglich, die Funktion bzw. den Stoffwechsel knotiger Veränderungen der Schilddrüse zu beurteilen und zwischen normalen Knoten, kalten Knoten und heißen Knoten zu unterscheiden.


Wann ist eine Schilddrüsenszintigraphie erforderlich (Indikation)

Eine Schilddrüsenszintigraphie wird insbesondere dann durchgeführt, wenn in der vorangegangenen Ultraschalluntersuchung Knoten in der Schilddrüse festgestellt worden sind oder wenn zusätzliche Informationen zur Schilddrüsenfunktion benötigt werden. Diese Informationen sind für die weitere Behandlungsstrategie vor allem von knotigen Veränderungen von Bedeutung. Die sogenannte rechtfertigende Indikation ist vor Durchführung der Untersuchung von einem fachkundigen Arzt zu stellen.


Wie läuft die Untersuchung ab?

Für diese Untersuchung werden spezielle radioaktive Substanzen (sogenannte Radionuklide) verwendet, die in ihren chemischen Eigenschaften mit dem Element Jod identisch sind oder ihm ähneln. Die am häufigsten verwendete radioaktive Substanz ist Technetium-99m und wird dem Patienten in einer für ihn unschädlichen Menge in eine Vene injiziert und reichert sich nach etwa 10 bis 20 Minuten in der Schilddrüse bzw. den Schilddrüsenzellen an. Die vom Technetium-99m ausgesandte Strahlung (die sogenannte Gamma-Strahlung) wird von einer speziellen Kamera (Gammakamera) aufgezeichnet, so dass die Schilddrüse bildlich dargestellt und die Schilddrüsenfunktion beurteilt werden kann. Gleichzeitig wird die aufgenommene Radionuklidmenge in die Schilddrüse gemessen und der sogenannte Thyreoidale Technetium Uptake bestimmt (TcTU). Meistens erfolgt die Untersuchung im Sitzen und dauert etwa 10 Minuten.


Ist eine spezielle Vorbereitung notwendig?

Eine spezielle Vorbereitung ist in der Regel nicht erforderlich. Wichtig ist jedoch vor Durchführung der Untersuchung zu erfahren, ob vor kurzem eine verstärkte Jodaufnahme durch den Patienten erfolgte (z.B. über die Nahrung, die Gabe jodhaltiger Kontrastmittel oder durch Medikamente), und ob spezielle Schilddrüsenmedikamente eingenommen werden. Manchmal müssen bei besonderen Fragestellungen auch für mehrere Tage oder Wochen Schilddrüsenhormone in Vorbereitung auf eine 2. Schilddrüsenszintigraphie eingenommen werden. Diese Untersuchung nennt sich dann Suppressionstest und liefert zusätzliche Information über die Funktion der Schilddrüse, insbesondere bei Patienten mit sogenannten "heißen Knoten".


Gibt es Nebenwirkungen?

Technetium-99m und Jod-123 werden sehr gut toleriert, so dass Nebenwirkungen praktisch nicht auftreten, nicht einmal bei Patienten, die allergisch auf Jod reagieren. Die Verkehrstauglichkeit wird durch diese Untersuchung auch nicht beeinflusst.


Wann darf die Untersuchung nicht durchgeführt werden?

Während einer Schwangerschaft wird üblicherweise keine Schilddrüsenszintigraphie durchgeführt. Sowohl Technetium-99m als auch Jod-123 reichern sich in der Muttermilch an, so dass auch während der Stillzeit die Durchführung einer Szintigraphie nur in Ausnahmefällen durchgeführt werden sollte. Das Stillen sollte dann nach Rücksprache mit dem Nuklearmediziner für eine gewisse Zeit ausgesetzt werden (meist 24 Stunden bei der Verwendung von Technetium 99m).


Wie hoch ist die Strahlenbelastung?

Das am häufigsten verwendete Radionuklid ist Technetium 99m. Es ist ein reiner Gammastrahler mit einer kurzen physikalischer Halbwertszeit von 6 h und einer ebenfalls kurzen biologischen Halbwertszeit. Somit ist die Untersuchung nur mit einer geringen Strahlenbelastung für den Patienten verbunden.


Wer bezahlt die Untersuchung?

Die Schilddrüsenszintigraphie ist eine Regelleistung von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen.